Am 10.07.2026 konnte nach vielen Jahren der Planung, Vorbereitung, Herausforderungen, Gesprächen und Abstimmungen endlich der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus in Waldaschaff "Am Knückel 1" durchgeführt werden.
Gegen 13 Uhr begrüßten Bürgermeister Marcus Grimm und Kommandant Thorsten Fleckenstein die anwesenden Gäste wie Staatsministerin Judith Gerlach, Staatssekretär Sandro Kirchner, Landrat Alexander Legler, Landtagsabgeordnete Martina Fehlner, Landtagsabgeordneter Winfried Bausback, Kreisbrandrat Frank Wissel, Niederlassungsleiter der Firma Dreßler Michael Bölter sowie zahlreiche weitere Vertreterinnen und Vertretern aus Feuerwehr, Politik und Bevölkerung.
Marcus Grimm (Bürgermeister) gab in seiner Begrüßung einen Einblick in die Historie rund um den Neubau des Feuerwehrhauses. Dabei machte er deutlich, dass der Zweckbau bereits seit vielen Jahren höchste Priorität hat und der heutige Spatenstich einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Projekts ist. Ein Dank galt allen, die sich bis zu diesem Zeitpunkt in irgendeiner Form in das Projekt eingebracht und engagiert haben.
Hier stimmte auch Thorsten Fleckenstein (Kommandant) in seinen Worten zu, er bedankte sich unter anderem bei Gemeindeverwaltung sowie Politik und nicht zuletzt der starken Feuerwehrfamilie und der Mannschaft – er sei stolz darauf, dass das über viele Jahre hinweg gemeinsame Projekt nun endlich in die Umsetzungsphase geht.
Anschließend stellte Michael Bölter (Fa. Dreßler) das Projekt im Detail vor. Hier wurde Herrn Bölter auch eine Zeitkapsel – die unter anderem mit der aktuellen Tageszeitung und Bauplänen bestückt ist – übergeben, welche in den Bau integriert wird.
Nach einer Musikdarbietung durch den Musikverein Waldaschaff ging Sandro Kirchner (Staatssekretär) weiter auf den Neubau und die Art der Durchführung ein. Wichtig zu erwähnen ist, dass Sandro Kirchner maßgeblich dazu beigetragen hat, dieses Projekt in der vorgesehenen Form umzusetzen. Ohne seinen Einsatz wäre es vermutlich bis heute noch nicht zum Spatenstich gekommen.
Anschließend gab es einige Worte von Alexander Legler (Landrat), Judith Gerlach (Staatsministerin) und Frank Wissel (Kreisbrandrat), welche die Bedeutung des Neubaus für die Feuerwehr und die Gemeinde hervorhoben und die zukunftsweisende Investition in Sicherheit, Einsatzbereitschaft und Ehrenamt würdigten. Alle zusammen freuten sich über diesen lang ersehnten „Startschuss“ für den Neubau.
Besonders erwähnenswert bei dem Bau ist noch, dass dies ein Pilotprojekt in dieser Art ist. Erstmals wird ein Feuerwehrgerätehaus durch einen Totalunternehmer realisiert, der eine wirtschaftliche und effiziente Umsetzung ermöglicht.
Nach den Grußworten und Ansprachen wurde der symbolische Spatenstich durchgeführt und damit der offizielle Startschuss für den Neubau gegeben.
An dieser Stelle möchten wir uns bei den Kameraden der Feuerwehr Bessenbach bedanken, die während des Programms die Einsatzbereitschaft übernahmen, sodass die eigenen Kräfte in einem Einsatzfall auf dem Spatenstich verleiben können.
Ebenso ein Danke an die Feuerwehr Weibersbrunn, die die Einsatzstelle bei einem Verkehrsunfall nur kurze Zeit vor dem Spatenstich komplett übernahmen, sodass unsere Kräfte schnell und rechtzeitig wieder zur Veranstaltung zurückkehren konnten.
Auch bedanken möchten wir uns herzlichst bei dem Team des KSV Bavaria Waldaschaff, der die Bewirtung übernommen hat.
Es fanden weitere Planungsgespräche mit den Fachplanern für Elektro- und Sanitärtechnik, dem Architekturbüro sowie dem Totalunternehmer, der Firma Dreßler, statt. Dabei wurden die Vorgaben des Leistungsverzeichnisses konkret abgestimmt, Anforderungen geprüft und weitere Optimierungen für die Umsetzung des Neubaus besprochen.
Nachdem erhebliche, allgemeine Kostensteigerungen – unter anderem aufgrund der politischen Entwicklung in Europa – eine Finanzierung des ersten Architektenentwurfs 2021 für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses unmöglich machten, wurde mit allen Beteiligten intensiv nach neuen Lösungen gesucht.
Nach enormen Vorarbeiten und vielen Diskussionen in den vergangenen Monaten wurde nun in Absprache mit den zuständigen Genehmigungsbehörden und Zuschussgebern ein zweistufiges Vergabeverfahren für einen sogenannten Totalunternehmer für den Feuerwehrhausneubau in Industriebauweise auf den Weg gebracht: Ein Totalunternehmer ist ein Bauunternehmen, das die Gesamtverantwortung für ein Bauprojekt übernimmt – von der ersten Planung (Entwurf, Genehmigung) bis zur schlüsselfertigen Ausführung und Übergabe an den Bauherrn.
In den vergangenen Tagen hat die Gemeinde Waldaschaff der Firma Gabriel Dressler aus Aschaffenburg den Auftrag als Totalunternehmer für das neue Feuerwehrhaus in Waldaschaff auf Grundlage eines vorgelegten Entwurfs mit einem Pauschalangebot vergeben.
Das Angebot des Totalunternehmers liegt durch Nutzung der Industriebauweise mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad nun deutlich (ca. 6 Mio. € Auftragssumme) unter der Kostenschätzung des ersten Architektenentwurfs.
In der von der Firma Dressler eingereichten Angebotsplanung wurden nicht nur sehr gute Ideen eingebracht, sondern auch alle Vorgaben der Leistungsbeschreibung vollumfänglich umgesetzt. Damit kommt ein renommiertes, lokales Aschaffenburger Bauunternehmen zum Zuge, das sich durch fachliche Kompetenz und Ortsnähe auszeichnet. Kurze Wege, eigene Produktionsstätten im Landkreis und ein motiviertes Team sind dabei nur einige Punkte, die für sich sprechen.
In der ersten von zwei Auftragsstufen soll die Erstellung einer genehmigungsfähigen Entwurfsplanung im 1. Quartal 2026 erfolgen. Direkt nach der Freigabe durch die Genehmigungsbehörden soll die zweite Stufe mit der Errichtung eines Feuerwehrhauses mit 13 Stellplätzen beginnen und aus heutiger Sicht im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen sein.
Der Gemeinde Waldaschaff erhielt die Zustimmung für eine sogenannte funktionale Ausschreibung an einen Totalunternehmer. Das bedeutete: Keine klassische Einzelvergabe der Gewerke - stattdessen ein Gesamtauftrag an einen Totalunternehmer.
Die europaweiten Ausschreibung startet noch im gleichen Monat.
Im Jahr 2023 fanden zahlreiche Gespräche mit der Regierung von Unterfranken und dem Bayerischen Innenministerium statt. Ziel war es, die Notwendigkeit des Neubaus nochmals umfassend darzulegen, offene Fragen zu klären und die zuständigen Stellen von der Bedeutung des Projekts und der Art der Umsetzung zu überzeugen.
Die Gemeinde und Feuerwehr prüften alternative Wege, um den dringend benötigten Neubau des Feuerwehrhauses realisieren zu können. Ein Einstellen des Vorhabens ist keine Option, da der Neubau für einen sicheren und leistungsfähigen Feuerwehrbetrieb zwingend erforderlich ist.
Das Projekt liegt vorerst auf Eis. Aufgrund massiv gestiegener Baukosten und Zinsen - durch den Ukraine-Krieg - ist das Projekt in der geplanten Form zunächst nicht finanzierbar. Dies war praktisch der große "Baustopp" kurz vor dem Ziel.
Auch wenn es nach außen wahrscheinlich eher so erscheint, dass das Projekt eingestellt wurde, hat sich doch einiges getan.
Der avisierte Spatenstich zum Herbst 2021 war aufgrund notwendiger Umplanungen des Gebäudes nicht möglich. Die geotechnische Herausforderungen sowie die gemachten Erfahrungen aus den Hochwassern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Jahr 2021 erforderten ein generelles Umdenken in der Ausgestaltung des neuen Gerätehauses.
So sehen beispielsweise die neuen Planungen anstatt eines Tiefgeschosses nun ein Obergeschoss vor.
Der Gemeinderat beschäftigte sich nun wieder intensiver mit dem Neubau. Bürgermeister Grimm sprach damals von geschätzten Kosten von rund 6,8 Millionen Euro. Das Gebäude wurde von ihm als funktionaler "Zweckbau ohne Firlefanz" beschrieben.
Am 12.05.2020 wurde der Planungsauftrag von Seiten der Gemeinde Waldaschaff für unser neues Feuerwehrgerätehaus endlich vergeben: Ein Architekturbüro aus Darmstadt hatte sich im vorausgegangenen VGV - Verfahren gegen den weiteren Mitbewerber durchsetzen können.
Im Anschluss wurde ein Konzept (Anzahl der Stellplätze, Lage auf dem Grundstück, Flächen nach DIN 14 092 etc.) festgelegt, welches zusammen mit dem Bauauschuß, einem ausgewählten Kreise an Kameradinnen und Kameraden, welche bereit waren sich darin einzubringen, an das Wesentlichen: die Detailplanung.
Auch der "Bauausschuss" der Feuerwehr zusammen mit der Kommandantschaft der Wehr, Bürgermeister, Vertretern aus dem Gemeinderat, einem von der Gemeinde beauftragten Projektmanager und den zuständigen Architekten und Planer von Lengfeld & Wilisch traf sich um unter anderem verschiedene Varianten von möglichen Bauten zu besprechen und einen Entwurf detaillierter auzuarbeiten.
Nach langen Planungen und intensiver Vorarbeit wurde im Dezember 2019 das VgV-Verfahren für den Neubau des Feuerwehrhauses eröffnet. Damit wurde ein wichtiger formeller Schritt eingeleitet, um geeignete Planungsbüros für die weitere Umsetzung des Projekts zu finden.
Die Feuerwehr ist laut aktuellem Bedarfsplan gut aufgestellt, das Feuerwehrhaus hat aber gravierende Mängel und reicht den Anforderungen nicht mehr aus.
Ein Neubau - wie geplant am Standort "Am Knückel" - ist also unumgänglich. Bis es allerdings soweit ist, muss eine Übergangslösung geschaffen werden sowie die Frage der Finanzierung sowie Nachnutzung des alten Hauses (erneut) geprüft werden.
Von Seiten der Feuerwehr wurde eine Machbarkeitsstudie für ein neues Feuerwehrgerätehaus eingeholt. Das Planungsbüro BauTec konzipierte einen Neubau für insgesamt 13 Einsatzfahrzeuge. Hier wurden die Baukosten auf ca. 3 Mio. Euro geschätzt. Die Förderrichtlinien lassen aber zu diesem Zeitpunkt den Bau eines Feuerwehrgerätehauses über einen Totallunternehmer nicht zu. Die Richtung für das Projekt steht aber.
Im Zuge der Verlegung der Autobahn A3 wird die Fläche unter der ehemaligen Kauppenbrücke „frei". Die Gemeinde beginnt hier planerisch eine Fläche zu entwickeln, nachdem mit der Autobahndirektion Nordbayern vereinbart wurde, dass die Grundstücke unterhalb der ehem. Kauppenbrücke nach deren Abriss von der Gemeinde erworben werden können.
Ein Platz für das neue Feuerwehrgerätehaus wäre damit gefunden! Aber die Autobahndirektion benötigt diese Fläche noch als Baubürostadt für den weiteren Ausbau der A3 bis nach Weibersbrunn für die nächsten Jahre.
Das Planungsbüro BauTec konzipierte einen Neubau für ingesamt 13 Einsatzfahrzeugen und den dazugehörigen Funktionsräumen und entwickelte einen ersten Gestaltungsentwurf für das Außengelände. Hier wurden die Baukosten auf ca. 3 Millionen Euro geschätzt - die Finanzlage der Gemeinde ließ dies jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht zu.
Aufgrund der massiven Platzprobleme und der immer noch fehlenden Perspektive für einen geeigneten Standort wurde der bestehende Standort um die sogenannte "obere Fahrzeughalle" erweitert.
Im Laufe der Zeit zeigt sich immer mehr, dass das noch als eines der "modernsten Gerätehäuser Unterfrankens" im Jahr 1966 eingeweihte Gerätehaus nicht mehr ausreichend Platz bietet. Bereits Ende der 80iger beginnen erste Erweiterungsmaßnahmen in Form des Anbaus einer weiteren Halle. Nach und Nach kommen weitere Stellplätze hinzu und es finden Modernierungsmaßnahmen statt. Gleichzeitig werden Feuerwehrfahrzeuge immer größer und benötigen größere Stellplätze.
Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass mittelfristig über einen Neubau an anderer Stelle nachgedacht werden muss, da die Erweiterungsmöglichkeiten um das aktuelle Gerätehaus ausgeschöpft sind. Aufgrund der geographischen Lage von Waldaschaff gibt es keinen geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus. Ebene Flächen liegen einsatztechnisch zu weit weg und sind daher ungeeignet.